Direkt zum Inhalt

Preisträger:innen 2025

v.l.n.r.: Heinz-Jürgen Gerdes, Veronika Beckh, Grace Horton, Foto: Zeughausmesse, Sophie Engel-Bansac

v.l.n.r.: Heinz-Jürgen Gerdes, Veronika Beckh, Grace Horton, Foto: Zeughausmesse, Sophie Engel-Bansac

Der Preis für Angewandte Kunst der Klingenstein-Zuschke Stiftung in Höhe von 5.000 Euro zeichnet hervorragende Leistung im handwerklich-künstlerischen Bereich aus. Entwurf und handwerklicher Herstellung ihrer Arbeiten durchlaufen Künstler:innen einen schöpferischen Prozess, der ihren Arbeiten Unikatcharakter und besondere Strahlkraft verleiht. Die Objekte bereichern den Alltag der Nutzer:innen. Formsprache, exzellente Verarbeitung und die Materialgerechtigkeit sorgen dafür.

Der Preis ging an die Glaskünstlerin Veronika Beckh. Sie taucht in ihrer Arbeit Intigo gleichermaßen in die venezianische Vergangenheit ihres Handwerks ein, wie in die Materie ihres Werkstoffs. Sie arbeitet beim Glasblasen zügig und wiederholt ihren Prozess. Für Aufwärmen, Rotieren und Ausformen bleibt keine Zeit. Doch die Zeit bleibt in ihrer Arbeit sichtbar. Jedes Eintauchen hinterlässt eine Spur, die Wandstärken ihrer Gefäße wechseln von massiv bis hauchdünn, und das Material präsentiert sich selbst mit allem, was es zu bieten hat.

Der Preis Nature Art für umweltfreundliche Ästhetik vom Lions Club Berlin-Preußen von Humboldt und der Elovate Imobilien GmbH in Höhe von 1.500 Euro legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, basierend auf Ökonomie, Ökologie und sozialer Kompetenz. Die ausgezeichneten Künstler:innen lassen diese Aspekte in ihre Arbeiten einfließen, wobei der ökologische Aspekt im Vordergrund steht. Umweltfreundliche Materialien und ökologisch gewonnene Ausgangsstoffe sind hierbei entscheidend.

Mit dem Preis ausgezeichnet wurden Monika und Heinz-Jürgen Gerdes mit ihrer Friesischen Wollweberei Coastland. Sie setzen Nachhaltigkeit in vielen Richtungen um: verarbeiten Wolle ohne Chemie zu nutzen, erhalten immaterielles Kulturerbe und handwerkliches Knowhow, arbeiten sozial nachhaltig mit ihren Partner:innen und verfolgen die Lieferketten. Das Design ihrer Produkte ist minimalistisch und klassisch. Dafür arbeiten sie mit nur vier Farben und der Naturfarbe der Wolle und vermeiden so Reste beim Herstellungsprozess.

Der Förderpreis der R. Götze GmbH & Co. KG in Höhe von 750 Euro richtet sich an Nachwuchskünstler:innen, die innovative Wege gehen. Junge Kunsthandwerker:innen integrieren Impulse aus verschiedenen Kunstsparten in Ihre Werke. Der Preis zeichnet junge Kreative aus, die handwerkliche Qualität und herausragende künstlerische Gestaltung zeigen.

Mit dem Preis ausgezeichnet wurde die Schmuckkünstlerin und Steinbildhauerin Grace Horton. Die Arbeiten überzeugen durch ihren künstlerisch-konzeptuellen und zugleich spielerisch-ironischen Zugang. Durch die Neubewertung von Materialien, die sie auf unkonventionelle Weise kombiniert - etwa Stein und Silikon - schafft sie Momente der Irritation: ein spannungsreiches Spiel zwischen High und Low, zwischen Archaik und einer entschiedenen Verortung im Jetzt.